ARD Tatort unter Maskenzwang

Mit Entsetzen sehe ich gerade den Tatort im „Ersten“. Sobald in einer Szene mehr als 3 Schauspieler gleichzeitig zu sehen sind, tragen alle Masken. Dabei handelt es sich übrigens nicht bei allen um medizinische oder FFP2 Masken, sondern (wahrscheinlich) von der Requisite genähte, völlig unbrauchbare Stofflappen. Die billigen, blauen Stoffmasken bleiben den sozial schwachen Charakteren vorbehalten, wobei die vermeintlich hochwertigen Masken von den Darstellern der Polizei getragen werden. Da fragt man sich schon, ist das jetzt ein Krimi zur Entspannung oder eine zeitgenössische Dokumentation.

Obwohl die eigentliche Handlung dieses Tatorts durchaus einen sozialkritischen Wert hat – es geht um Entmietung und Luxussanierungen von Wohnungen durch skrupellose Investoren mit Migrationshintergrund – frage ich mich, was der Produzent dieses Tatorts uns mit dem Maskentheater sagen will. Sollen wir uns jetzt schon an diese albernen Gesichtslappen gewöhnen, indem uns vertraute und geachtete Schauspieler wie z.B. Meret Becker, gegen ein fürstliches Honorar vorgaukeln sollen, dass diese Stofffetzen einen Schutz vor Krankheiten und Tod garantieren?

Besondere Bedeutung sollen wohl die Texteinblendungen wie „Mama, Papa, ich denke an euch. Mich gibt es noch“ oder „Ich wünsche mir mehr Mitmenschlichkeit in der Coronazeit“ haben. Hier sollen wohl Menschen auf der untersten Stufe der Gesellschaft vorgeführt werden. Als wenn jemand mit dem Durchschnittseinkommen der Deutschen (3975,-/mtl. Euro brutto) Verständnis für diese Menschen hätte.

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