Wird Heterophobie zum Leitbild?

Wird Heterophobie zum Leitbild,

und Homophobie zum Feindbild? Das umstrittene ungarische „Homosexuellen-Gesetz“ führt aktuell in Deutschland zu kontroversen Diskussionen. Darf man Homosexuellen bestimmte Regeln und Verhaltensweisen aufzwingen? Sicher nicht, wenn es um das ganz normale Leben unter volljährigen Erwachsenen geht. Aber wie sieht es denn aus, wenn Kinder ins Spiel kommen?

Für die Zeugung eines Kindes braucht man einen Mann und eine Frau. Das hat die Natur von Anbeginn der Evolution so vorgesehen. Von Haus aus haben Kinder also eine Mutter und einen Vater und das ist dann ihre angestammte Familie. Natürlich kommt es vor, dass Kinder aus den verschiedensten Gründen nur bei der Mutter oder nur beim Vater aufwachsen.

Im Kleinkindalter, etwa von 0 bis 6 Jahren haben Kinder keine eigene Sexualität oder sexuelle Neigungen. Selbst das Spielen mit Puppen wird Mädchen anerzogen und ist nicht angeboren. Erst danach entwickeln Kinder eine gewisse, noch harmlose Sexualität, die aber mit der eines Erwachsenen nicht vergleichbar ist. In diesem noch jungen Alter, befinden sich die Kinder aber bereits in der Schule und treffen dort auf andere Bezugspersonen, wie Lehrer und Lehrerinnen. Diese neuen Bezugspersonen haben bis zu einem gewissen Alter und bis zu einer gewissen Selbständigkeit der Kinder und Jugendlichen ein erhebliches Beeinflussungspotentioal. Nicht jede Lehrperson geht mit diesem Potential gewissenhaft um. Das sieht man nicht nur in religiösen oder politischen Bereichen, das sieht man auch im Bereich der Sexualität. Man kann davon ausgehen, dass ein Schüler, der seinen Lehrer wegen besonderer Leistungen oder Fähigkeiten bewundert, ihm auch zugetan ist, wenn dieser Lehrer schwul ist. Damit ist nicht die sexuelle Zuneigung gemeint, sondern Beeinflussbarkeit in seiner sexuellen Entwicklung. Das zeigt sich ganz besonders, wenn der Lehrer oder die Lehrerin ihre Homosexualität zeigen.

Das ungarische Gesetz verbietet künftig Werbung für Geschlechtsumwandlung und Aufklärungsbücher, die Homosexualität thematisieren. Es verbietet ebenfalls die Beeinflussung von Kindern in ihrer sexuellen Entwicklung. Ebenfalls verbietet es homosexuellen Paaren, Kinder zu adoptieren.
Auch in Deutschland haben Studien gezeigt, dass besonders Kinder von homosexuellen Paaren, ebenfalls eine homosexuelle Neigung entwickeln. Die Frage, die sich dabei auftut ist, wie sich diese Kinder in einer Hetero-Familie entwickelt hätten. Wären sie dort in die gleiche Richtung wie ihre Eltern gegangen oder wurden sie in den gleichgeschlechtlichen Familien durch die Eltern beeinflusst? Die ungarische Regierung, die dieses Gesetz übrigens mit 157 von 199 Stimmen erlassen hat, geht davon aus, dass in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften durchaus eine Beeinflussung der Kinder stattfindet. Wissenschaftlich belegt ist das allerdings nicht.
Der ungarische Außenminister verteidigt das Gesetz mit der Argumentation, es diene dem Schutz der Kinder. Ich kann daran nichts Verwerfliches finden.

An allen europäischen Schulen gehört Sexual- bzw. Aufklärungsunterricht in den Lehrplan. Das ist auch in Ungarn nicht anders. Dabei geht es nicht um Bienchen und Blümchen, nicht nur um Liebe, Händchen halten oder Eis essen gehen, es geht natürlich auch um den sexuellen Akt. Es geht in den allermeisten Fällen um konventionelle sexuelle Praktiken. Die Sexpraktiken von homosexuellen Paaren erfahren die Kinder und Jugendlichen meist nicht in der Schule, sondern durch mediale Informationen. Dazu gehören Zeitschriften, Bücher, Filme und natürlich das Internet. Ungarn hat nun in einem Gesetz festgelegt, dass homosexuelle Praktiken im Unterricht und in medialen Informationen nicht mehr vorkommen dürfen. Das betrifft im Bereich der Schulen die unteren Schulklassen und nicht die Sekundär- und Gymnasialstufen. Das Gesetz beugt also einer möglichen Traumatisierung durch die Darstellung von naturgemäß unnatürlichen Sexualpraktiken bei Kindern und Jugendlichen bis zum 16 oder 17 Lebensjahr vor. Auch daran kann ich nichts Verwerfliches finden.

Ein weiterer Punkt des ungarischen Gesetzes ist das Verbot der Werbung für Geschlechtsumwandlungen. Werbung für derartige medizinische Eingriffe kennen wir in Deutschland überhaupt nicht. In Ungarn ist das anders. Dort haben kosmetische Ärzte und Kliniken ihre Dienste im Bereich der Geschlechtsumwandluch oder -angleichung in den Medien geworben. Das führte dazu, dass Menschen sich ohne psychologische Vorbereitung und ohne besondere Aufklärung in die Hände dieser Ärzte oder Kliniken begeben haben. Oft genug waren die Folgen dadurch fatal.
Es wird selbstverständlich auch in Ungarn weiterhin Operationen zur Geschlechtsumwandlung geben, aber es darf nicht mehr dafür geworben werden.
Nach einer erfolgten Geschlechtsumwandlung ist nun auch keine Angleichung des Eintrags im Personalausweis mehr möglich. In den Papieren bleibt das Geburtsgeschlecht unveränderbar erhalten. Dieser Passus in dem Gesetz hat für heftige Proteste in Ungarn gesorgt. Er steht aber in direktem und logischem Zusammenhang mit dem Verbot gleichgeschlechticher Paare, Kinder adoptieren zu können.

Das ungarische Gesetz hat viel Empörung bei der EU ausgelöst. Man darf aber nicht vergessen, dass Ungarn bisher sehr offen mit Homosexualität unter Erwachsenen umgegangen ist und auch weiterhin offen damit umgehen wird. Das Informationsverbot gilt nur für Kinder und Jugendliche. Dass andere Länder und Frau von der Leyen dieses Gesetz „beschämend“ finden und sogar auf EU-Ebene dagegen angehen wollen, ist für Orban und seinen Außenminister ein nicht akzeptabler Eingriff in die nationale Souveränität von Ungarn.
Ich glaube nicht, dass sich andere Länder eine solche Einmischung bieten lassen würden, also braucht Ungarn sich das auch nicht gefallen zu lassen.

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